Karl Ernst August Sachs



Zu den bekanntesten Brandenburger Freimaurern des 19. Jahrhunderts gehörte der Romanist und Sprachforscher Karl Sachs. Er wurde am 31. März 1829 in Magdeburg geboren. Nach dem Studium von klassischer Philologie in Berlin in den Jahren 1845 bis 1849 war er Lehrer in verschiedenen deutschen Städten und ging dann nach Frankreich und England, um seine Sprachkenntnisse zu vervollkommnen. Zahlreiche Veröffentlichungen in der Folgezeit belegen die intensiven Studien, die Sachs in beiden Ländern betrieb. 1858 promovierte er an der Universität in Rostock.

Im Herbst 1858 kam Karl Sachs nach Brandenburg als Lehrer an das Saldernsche Realgymnasium. Fortan lebte er in Brandenburg. 1871 wurde er zum Professor ernannt.

Zu seinem bedeutendsten Werk wurde das französisch-deutsch/deutsch-französisch Wörterbuch, nach seinen Bearbeitern „Sachs-Villatte“ genannt. Der von Sachs verantwortete französisch-deutsche Teil enthielt etwa 100 000 Artikel. Die Drucklegung dieses Teiles des Wörterbuches erfolgte 1868 bis 1873. 1886 gab er den „Kleinen Sachs“ heraus. Bis zur Pensionierung 1894 blieb Sachs Lehrer an der Saldria.

In Brandenburg beteiligte sich Sachs neben der Lehrtätigkeit und den wissenschaftlichen Studien aktiv am gesellschaftlichen Leben. Er war Mitglied der Loge und von 1877 bis 1886 Meister vom Stuhl.

Seit der Gründung des Historischen Vereins der Stadt 1868 war er dessen Mitglied, von 1869 bis 1875 als 2., dann 1. und im letzten Jahr wieder als 2. Schriftführer. Nach jahrelanger Inaktivität trat er 1897 wieder dem Verein bei. In vielen Vorträgen beschäftigte er sich mit Themen zur Brandenburger Geschichte, so mit der Französischen Kolonie in Brandenburg, mit dem Friedhof vor dem Krakauer Tor von 1813, dem Aufruhr am 22. September 1809 in der Altstadt zur Befreiung Schillscher Soldaten, den Kalandsbrüdern und Elendsgilden. Er sprach auch über den in Brandenburg geborenen Maler Theodor Hosemann und den ebenfalls in Brandenburg geborenen Dichter Julius von Voß.

Karl Sachs gehörte zu den Gründern des Deutschen Neuphilologenverbandes und wurde auf dem ersten Verbandstag 1886 zu einem der zwei Vorsitzenden gewählt. Wiederholt erfolgte seine Wiederwahl.

Karl Sachs starb am 1. August 1909 in Brandenburg. Seine Urne wurde in Brandenburg beigesetzt. Seit 1939 gibt es in unserer Stadt eine Karl-Sachs-Straße.



Dr. Klaus Heß

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