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Es gibt nur wenige Brandenburger, die sich so für gemeinnützige Zwecke in ihrer Stadt einsetzten wie Ernst Paul Lehmann. Ernst Paul Lehmann wurde am 9. Juni 1856 in Berlin als Sohn eines Schneidermeisters geboren. Nach der Lehre war er als Buchhalter tätig. 1881 gründete er mit dem Sohn eines Spielzeugfabrikanten aus Nürnberg in der Stadt Brandenburg eine Blechspielwarenfabrik. Ab 1884, nach dem Tod des Mitinhabers, war er Alleininhaber. |
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Lehmann stellte patentiertes mechanisches Blechspielzeug her. Ab 1887 ließ er „Made in Germany“ auf die Produkte drucken, ab 1888 auch das Firmenlogo, eine Spindelpresse als eingetragenes Warenzeichen. Nach einem Brand der alten Spielzeugfabrik mit Totalschaden 1895, ließ Lehmann sein neues Werk in der Klosterstraße bauen. Zur Fabrikanlage gehörte auch sein Wohnhaus, das im Jugendstil erbaute Haus in der Plauer Straße. Der Betrieb entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Blechspielwarenfabriken Deutschlands mit umfangreichen Exporten in europäische Länder, nach Ostasien und in die USA. Seit 1881 nahm Lehmann an der Leipziger Messe teil. 1904 erhielt Lehmann den Titel Kommerzienrat. Er war Mitglied der Konservativen bzw. der Deutsch-Nationalen Volkspartei. Von 1900 bis 1927 war Ernst Paul Lehmann Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Brandenburg. Im Jahre 1900 gründete er die Ortsgruppe des Deutschen Flottenvereins, 1929 wurde er Mitglied des Präsidiums des Vereins. Als Mitglied des Historischen Vereins der Stadt überließ er dem Verein das von ihm gekaufte Frey-Haus in der Ritterstraße für die Unterbringung der Sammlungen. 1923 wurde offiziell in dem Haus das Museum eröffnet. Lehmann initiierte und finanzierte teilweise den Bau der 1908 eingeweihten Bismarckwarte auf dem Marienberg. 1915 stiftete er ein Denkmal für Friedrich II. auf dem Nicolaiplatz. Während des Ersten Weltkrieges ließ er am Plauer Torturm eine von ihm gekaufte Reliefplatte „Einzug der Hohenzollern“ anbringen. Für die St. Gotthardtkirche, deren Gemeindekirchenrat er angehörte, finanzierte er 1906 die Erneuerung der wertvollen Orgel. Zum Andenken an seine 1920 verstorbene Ehefrau stiftete Ernst Paul Lehmann den Martha-Lehmann-Hort. Hier, er befand sich in der Kleinen Gartenstraße 44, wurden Kinder von Fabrikarbeiterinnen am Tage betreut. Ernst Paul Lehmann war auch Mitglied der Brandenburger Loge. Im Nachruf des Historischen Vereins für ihn im 64. 67. Jahresbericht von 1935 hieß es u. a.: “Auch der Brandenburger Freimaurerloge, der Lehmann lange Jahre angehörte, hat er verschiedene Stiftungen zugewendet und dem Bunde einen letzten Dienst geleistet, indem er wenige Tage vor seinem Tode das Grundstück der Loge ankaufte, um zu verhindern, dass es von unerwünschter Seite erworben würde.“ Ernst Paul Lehmann starb am 10. Juli 1934 in Brandenburg. Da er keine Kinder hatte, war in einem Gesellschaftsvertrag schon 1921 die Übergabe der Spielwarenfabrik an seinen Vetter Johannes Richter festgelegt worden. Richter leitete das Werk bis 1947, dann wurde ein Treuhänder eingesetzt, und 1948 erfolgte die Enteignung. Heute befindet sich das Werk in Nürnberg. Seit 1996 gibt es eine Ernst-Paul-Lehmann-Straße in der Stadt Brandenburg an der Havel. |
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