Johann Gottfried Bröse



Nicht jeder Antragsteller wurde sofort in die Loge aufgenommen. 1813 stellte der junge Schornsteinfegermeister Johann Gottfried Bröse den Antrag zur Aufnahme in die Brandenburger Loge. Zunächst wurde er mit der Begründung, dass „sein Stande … einigen Brüdern anstößig“ war, abgelehnt, dann aber doch aufgenommen.

Bröse wurde am 4. September 1786 in Brandenburg als Sohn eines Schornsteinfegermeisters geboren. Er erlernte den Beruf seines Vaters und übernahm 1807 die Meisterstelle des Vaters. Nach der Schlacht von Jena und Auerstedt 1806 hatte Bröse mit anderen Brandenburger Bürgern einen Teil der preußischen Kriegskasse gerettet. Während des Befreiungskrieges 1813 erkundete Bröse vor der Schlacht bei Hagelberg im Auftrage des Generals von Hirschfeld den Aufmarsch der französischen Truppen.

In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts begann Bröse Menschen für seine Idee zu gewinnen, gärtnerische Anlagen zu schaffen. Er selbst ging dabei mit gutem Beispiel voran. 1824 legte er den Weg zum Neuen Krug in Wilhelmsdorf an und bepflanzte ihn mit Birken, Eichen und Ahorn. Im folgenden Jahr bekam er die Erlaubnis zur Umwandlung der Schonung vor Wilhelmsdorf zu einem Park, bis 1834 gestaltete er dann den Krugpark. Anschließend errichtete Bröse die Grabenpromenade. Auch die Bepflanzung der Wallpromenade, die Sumpfzypressenallee auf dem Grillendamm und die Linden in der St.-Annen-Promenade verdanken wir dem unermüdlichen Wirken Bröses.

Brösedenkmal im Krugpark

Der Marienberg war noch Mitte des 19. Jahrhunderts eine karge Bodenerhebung. 1847 begann Bröse mit der Bepflanzung und schuf damit die Anfänge zur Gestaltung des Marienberges zu einem Park. Wasser für die Anpflanzung brachte er mit zwei Eseln auf den Berg.

Bröse beteiligte sich auch aktiv an der Kommunalpolitik. Von 1818 bis 1826, von 1832 bis 1838 und von 1840 bis1845 war er Stadtverordneter. Die Stadtverwaltung nutzte das große Engagement Bröses und ernannte ihn 1845 zum unbesoldeten Stadtrat und Vorsitzenden der Verschönerungskommission.

Johann Gottfried Bröse starb am 11. November 1849. Nach seinem Tode wurde im Krugpark anlässlich seines 65. Geburtstages ein gusseisernes Denkmal enthüllt mit der Inschrift:

„Dem Begründer dieser Anlagen und städtischen Promenaden, Schornsteinfegermeister Stadtrat Herrn Bröse, Ritter des Adlerordens“ und auf der Rückseite: „Die dankbaren Bewohner Brandenburgs 1851“.

Das Denkmal steht nach einer Restaurierung seit 1993 wieder im Krugpark. Seit 1993 trägt auch eine Straße im Stadtteil Hohenstücken den Namen des verdienstvollen Brandenburgers Johann Gottfried Bröse.


Dr. Klaus Heß

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